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SWR2 Zeitgenossen vom 19.5.2012
Es war ein Paukenschlag, als die Stadt Konstanz vor 16 Jahren den Anwalt Horst Frank zum Oberbürgermeister wählte. Denn damit zog zum ersten Mal ein Grüner als Stadtoberhaupt in ein deutsches Rathaus ein. Einer, der mit 20 noch an die Weltrevolution glaubte, mit einer Maoisten-Fahne unterwegs war und die Haare bis zur Brust trug. Als Oberbürgermeister machte Horst Frank in Anzug und Krawatte dann eine so pragmatische, wirtschaftsfreundliche Politik, dass sich viele fragten: Was ist eigentlich "grün" an ihm? Bei der Wahl im Sommer wird Horst Frank nicht mehr kandidieren.
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SWR2 Zeitgenossen vom 17.5.2012
Jurko Prochasko, 1970 in Iwanow-Frankiwsk in Ostgalizien geboren, ist einer der wichtigsten kulturellen Vermittler zwischen der Ukraine und Deutschland. Als Übersetzer, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Essayist ist er ein unermüdlicher Streiter für die Einbindung der Ukraine an Europa. Er hat Heinrich von Kleist, Robert Musil, Joseph Roth, Franz Kafka, Gottfried Benn, Ingo Schulze u.a. ins Ukrainische übersetzt. 2008 wurde er mit dem "Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland" ausgezeichnet.
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SWR2 Zeitgenossen vom 12.05.2012
"Mein Leben ist die Kunst und es gibt nichts anderes für mich", diese Äußerung, der am Silvestermorgen des Jahres 1927 in Erfurt geborenen und seit 1951 in Ostberlin lebenden Jutta Vulpius steht wie ein Motto über dem Leben der Sopranistin. Dabei war ihr Dasein aber nicht nur durch ihre Gesangskarriere bestimmt, sondern auch durch die geschichtlichen Zeitläufe, geprägt durch die Ereignisse des 2. Weltkriegs und der deutschen Teilung, mit bestimmt durch Arbeiteraufstand, Mauerbau und Mauerfall.
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SWR2 Zeitgenossen vom 05.05.2012
Weniger schädlich ist nicht gut, sagt Michael Braungart, der 1958 in Schwäbisch Gmünd geboren wurde. Wenn der Chemiker und Verfahrenstechniker Braungart von seinen Ideen erzählt, spürt man, wie viel Vergnügen es macht, Produkte zu erfinden, mit denen man durchaus verschwenderisch umgehen darf. "Cradle to cradle" heißt das Konzept. Farben, die die Luft reinigen, Textilien, die kompostierbar sind, Baumaterialien, die immer wieder verwendet werden können - inzwischen sind tausende Produkte entstanden.
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SWR2 Zeitgenossen vom 28.04.2012
Ein ungewöhnlicher Mensch hat 1978 in Heidelberg einen ungewöhnlichen Verlag gegründet. Es ist Manfred Metzner, der damals mit Freunden den Wunderhorn Verlag ins Leben rief. Der Verlag ist der diesjährige Konrad Wolff Preisträger der Leipziger Buchmesse. Manfred Metzner wurde 1947 am Bodensee geboren, kam als Student nach Heidelberg, gerade richtig für die Studentenbewegung. Sein politisches Zuhause wurde die Sponti-Bewegung.